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Von Bären und Working Mums - Im Gespräch mit Mimi + Bart
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Von Bären und Working Mums - Im Gespräch mit Mimi + Bart
Von Bären und Working Mums - Im Gespräch mit Mimi + Bart
Von Bären und Working Mums - Im Gespräch mit Mimi + Bart 28.09.2018


Mimi+Bart, das sind Jasmin Heeb und Kathrin Joa. Zwei Freundinnen, die sich in den Kopf gesetzt haben, eine Kindermarke zu etablieren, die über die üblichen Nachhaltigkeitsstandards hinausgeht. Ihre Botschaft: Es ist höchste Zeit, sich über die Produktion biologischer Materialien hinaus noch umfassender für unseren Planeten einzusetzen. Dies tun sie mit Mode, die kompromisslos und laut, aber stets stylish ist. Die aktuelle Kollektion umfasst Sweater, Jacken, Jogginghosen, Leggings und Playsuits mit einem prägnanten Eisbärenprint. und kommt in hellblau, weiss oder dunkelblau daher.

Schöpfen können die beiden Macherinnen aus einem grossen Erfahrungsschatz in der Textil- bzw. Werbebranche. Jasmin Heeb, für das Design verantwortlich, entwickelte eine vielbeachtete Yoga-Marke. Kathrin Joa, für Branding und Strategie verantwortlich, arbeitete lange als Marken- und Kommunikationsstrategin in Agenturen.


 Wie ist die Idee zu Mimi+Bart entstanden?

Jasmin und Kathrin: Wir sind Nachbarinnen und haben uns schon länger mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Da wir von Anfang an die gleiche Sprache gesprochen haben, waren wir uns sofort einig, wohin der Weg mit Mimi + Bart gehen soll. Wir haben ein detailliertes Konzept erarbeitet und dann ging alles recht schnell.

 

Jasmin, du hast vor Mimi+Bart mit der Marke Lola/Fred Mode für Erwachsene gemacht. Warum jetzt Kindermode?

Jasmin: Als ich beschlossen hatte die Erwachsenenmode hinter mir zu lassen, war die Idee mit Mimi+Bart schon in meinem Kopf. Ich wollte einfach ein Label kreieren, das sich noch intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Es sollte sich um mehr handeln als nur um Bio- oder Recycling-Materialien. Ich wollte eine 360-Grad-Nachhaltigkeit.

 

Was müssen wir uns darunter vorstellen?

Jasmin: Wir unterstützen bei jeder Kollektion ein Umweltthema, welches wir aktiv angehen. Wir leben eine nachhaltige Work-Life-Balance mit unseren Familien und werden künftig noch weitere Themen angehen wie etwa Upcycling. Wieso Kindermode? Kinder sind super Botschafter für nachhaltige Themen mit denen wir gleichzeitig auch über ihre Zukunft auf diesem Planeten sprechen. Und das Schöne an der Kindermode ist, dass es um einiges entspannter zugeht als bei der Erwachsenenmode - und zwar auf jeder Ebene. 


Welche Organisation unterstützt ihr mit eurem Projekt? 

Jasmin: Den WWF, weil er bei den Jungen für Umweltthemen bekannt ist. Jede Saison wird ein Kleidungsstück sozusagen als Ambassador genommen, um über ein Thema zu berichten. Mit dem aktuellen Eisbär-Design sensibilisieren wir für den Klimawandel in der Arktis. Dazu spenden wir pro verkauftem Vickie Sweater zehn Prozent vom Verkaufspreis.


Wie lautet die Philosophie hinter dem Brand und was ist euer ultimatives Ziel?

Jasmin und Kathrin: Wir wollen mit unserer Mode zum Nachdenken bewegen. Deshalb berichten wir pro Kollektion über ein nachhaltiges Thema, welches uns gerade beschäftigt. Alle unsere Teile sind aus zertifizierter Bio Baumwolle in Portugal produziert (GOTS und OEKO TEX). Und zwar alles unter einem Dach: von der Stoffherstellung, der Färbung und Veredelung bis hin zum fertigen Produkt. Wir kennen die Menschen, die dahinter arbeiten und sind mit dem Team in täglichem Kontakt. Zudem lassen wir unsere Ware auf dem Landweg transportieren.

 

Warum macht ihr eine Unisex-Kollektion?

Kathrin: Eine Unisex Kollektion hat mit Nachhaltigkeit zu tun, da man die Teile zum Beispiel von der Schwester an den Bruder weitergeben kann. Die Kleidungsstücke werden also länger getragen. Trends zeigen auch, dass immer mehr Eltern ihre Kinder frei von vordefinierten und stereotypen Genderrollen erziehen möchten. Wer sagt denn, dass ein Junge blau tragen muss und ein Mädchen rosa mit Schleife?

 

Wie beeinflussen eure Kinder eure Arbeit?

Jasmin: Ich habe einen 4-jähriger Sohn, Maximilian. Er ist natürlich eine grosse Motivation und Inspiration für mich und für alles, was wir mit Mimi+Bart erreichen möchten. Ich versuche ihn auch immer mal wieder in die Arbeit einzubinden. Unsere Kids haben auch eine gewichtige Stimme was die Designs und Prints betrifft.

Kathrin: Meine Tochter ist 4 Jahre alt und heisst Nina. Seitdem ich Mami bin ist mir Flexibilität sehr wichtig. Diese Bürokratie in den Unternehmen in denen ich arbeitete war ein totaler Energiefresser. Mit Mimi+Bart habe ich dies zum Glück nicht mehr und kann meine Zeit selber einteilen. Bei uns herrscht eine Start-up-Atmosphäre, die oft kreativer ist als meine Arbeit in sogenannten Kreativ-Agenturen je war - weniger Meetings, mehr Ideen, agiles arbeiten und das heisst, mehr Zeit für die Familie.

 

Wie bringt ihr euer Arbeits- und Familienleben in Einklang?

Jasmin: Die grosse Herausforderung für uns ist, dass wir beide noch einen Teilzeitjob haben und wir zwischen Job, Mimi+Bart und Familie jonglieren müssen. Zum Glück fühlt sich Mimi+Bart nicht wie Arbeit an. Aber wenn wir Prioritäten setzen müssen, steht die Familie ganz klar an erster Stelle.

 

Was ist eure liebste Aktivität mit der Familie in Zürich?

Jasmin: Brunchen, nirgends gibt es so viele leckere Restaurants. Oder auch einfach mal durch die City schlendern. Natürlich steht der Zoo Zürich bei meinem Sohn ganz oben auf der Liste. Er liebt Tiere. 

Kathrin: Im Sommer in die Badi gehen oder im Park ein Picknick machen. Im Winter auf dem Uetliberg Schlitten fahren oder einfach durch den Schnee wandern. Seitdem wir vor fünf Jahren von Mailand in die Schweiz gezogen sind, geniessen wir jede Saison.

 

Eure Familien-Lieblingsspeise?

Jasmin: Selbstgemachte Pizza inklusive Teig, die Maximilian unbedingt mit tonnenweise Gemüse dekorieren möchte.

Kathrin: Kürbisrisotto im Herbst und als halb italienische Familie natürlich Pasta mit Tomaten und Feta im Sommer. Nina hat auch noch eine Vorliebe für Linguine mit Pesto.

 

Was macht ihr, um nachhaltig und umweltbewusst zu leben?

Jasmin: Ganz klar Recycling! Maximilian hat dies schon als Baby mitbekommen und für ihn ist es mittlerweile ein Highlight am Samstag zur Recycling Station zu gehen. Für Maxi kaufe ich die Kleider seit längerem schon eine Nummer grösser, damit er sie zwei Saisons tragen kann. Ich selber bin grosser Fan von Second-Hand-Geschäften. Auch kaufen wir immer nur Essen ein, welches wir tatsächlich auch aufessen, sprich, unser Vorratsschrank ist praktisch leer. Damit möchten wir dem Foodwaste entgegenwirken.

Kathrin: Recycling steht auch bei uns an erster Stelle. Und spielerische Aktivitäten wie ‚beach/lake cleaning’, welches Nina und mir immer viel Spass macht. Ich möchte hier gerne auf das Littering aufmerksam machen. Es ist erstaunlich, was wir so alles finden und die Leute achtlos wegwerfen. Kleider kaufen auch wir eine Nummer grösser und wenn sie nicht mehr passen geben wir sie an Freunde weiter. Puh, ich könnte noch viel mehr aufzählen. Bei uns ist das Thema Umwelt sehr präsent.

 

Mimi+Barts Traum ist es… 

Jasmin und Kathrin: International als Brand mit einer grossen Message wahrgenommen zu werden und Leute zum Umdenken zu bewegen, ohne den Fashionaspekt zu vernachlässigen. Und als Arbeitgeber einen Co-Working-Space in Zürich zu gründen und Teilzeitstellen für Mums und Dads zu schaffen.